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Diskussions- und Newsboard der Linux Interessen Gruppe Suletuxe  |  allgemeine Kategorie  |  Installation & Einrichtung  |  Thema: Warnung vor dem grafischen Updater « zurück vorwärts »
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   Autor  Thema: Warnung vor dem grafischen Updater  (Gelesen 136 mal)
Andreas
Administrator
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Linux von Innen

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Warnung vor dem grafischen Updater
« am: 15. Januar 2021, 07:22:49 »

...wenn es vorher auf der Konsole zu unlösbaren Situationen gekommen ist.

Man könnte oder sollte denken, dass bei einem Computer "alles automatisch und ohne Kenntnisse" ablaufen kann. Das ist nur bedingt richtig.

Ein Computer kann nur die Dinge beherrschen, die wir ihm vorher "beigebracht" haben. Für die wir allgemeingültige Lösungen kennen, die voraussehbar sind.

Bei einem Open-Souce System mit mehreren tausend installierten Pakten (und bei jedem Nutzer ist es eine andere Kombination an Paketen) kommt es zwangsläufig vor, dass manchmal bei einzelnen Nutzern ein Update klemmt, weil ein Paket, das upgedatet werden soll, in genau der aktuell vorliegenden Version von einem anderen Paket benötigt wird. Das nennt man "Abhängigkeit".

Sollte das auftreten ist der einfachste Weg, das "klemmende" Paket zunächst mit "--ignore=..." von einem Update auszunehmen. Manchmal merkt der Ersteller des Paketes das seines auf einer alten Abhängigkeit beruht und erstellt für sein Paket ebenfalls ein Update - dann geht auf einmal alles durch. Meistens muss man aber selbst eingreifen und mittels pacman und yay die auftauchenden Fragen richtig (!!) beantworten und damit fachliche Entscheidungen fällen.

Der in unserer heutigen IT-Welt gebetsmühlenartig verbreitete Gedanke "nehmen wir doch eine grafische Oberfläche und klicken auf einen grafischen Updater, der wird das schon richten" führt leider in einen wesentlich tieferen Abgrund. Denn allzu oft entscheiden diese Updater mangels vorliegender Daten "aus der Hüfte raus per Zufallswahl" - und das kann das System tiefgreifend zerstören. Da werden dann wegen einer einzigen Abhängigkeit auch mal mehrere hundert nützlicher Pakete gelöscht (deinstalliert), ohne die das System nicht mehr vernünftig nutzbar ist - und das ohne wirklich deutlich zu warnen. Eine eventuell erscheinende Box mit einer Wanrmeldung wird von den Nutzern sowieso mit "OK" beantwortet. Hauptsache am Ende steht eine Erfolgsmeldung - lautet hier die Devise.Bei vielen kommerziellen Betriebssystemen hat diese heftige Falle eine lange Tradition und ärgert ihre Nutzer seit Jahrzehnten. Welcher Windows-Nutzer kennt die Situation nicht, dass nach einem Update irgendwas so schwer zerschossen ist, dass man den Computer nicht mehr sinnvoll verwenden kann? Bei Linux passiert das nicht, weil an der richtigen Stelle die Nutzer gefragt werden. Letzendlich hat der Mensch immer noch weit bessere Entscheidungsgrundlagen als der Computer. Linux ist also auch stabiler, weil seine Nutzer eine höhere Fachkenntnis erworben haben - weil sie es wollten. Sie wollten ein stabileres System, und wollten die Möglichkeit, an möglichst vielen Stellen selbst eingreifen zu können. Dadurch ist "ihr" Linux so überlegen. Der Windows-Nutzer kann gar nicht eingreifen - weil ihm vom Betriebssystem aus diese Möglichkeit gar nicht erst geboten wird. Zu dieser Erkenntnis muss man erstmal gelangen können. Ein Windows-Nutzer der zu einem Linux-Nutzer sagt: "diese kryptischen Kommandozeilenbefehle kenne ich von meinem Windows her zum Glück nicht" - hat es aber nicht begriffen  .

Solltet ihr auf der Konsole also eine für euch unlösbare Situation bekommen: versucht es auf keinen Fall mit dem grafischen Updater!

Lieber ein paar Tage gar kein Update und im Forum mit konkreter Angabe der Situation schreiben als sich sein System gnadenlos "automatisch zerschießen zu lassen"!

LG
Andreas
« Letzte Änderung: 15. Januar 2021, 07:39:59 von Andreas » Gespeichert

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