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Diskussions- und Newsboard der Linux Interessen Gruppe Suletuxe  |  allgemeine Kategorie  |  Installation & Einrichtung  |  Thema: LMDE3 (Linux Mint Debian Edition 3) « zurück vorwärts »
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   Autor  Thema: LMDE3 (Linux Mint Debian Edition 3)  (Gelesen 2662 mal)
Andreas
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Linux von Innen

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LMDE3 (Linux Mint Debian Edition 3)
« am: 19. Juni 2018, 08:50:42 »

Hallo liebe Mitstreiter,

es ist mir gelungen, meine vorhandenen "Mustersysteme" LMDE2 (32 Bit und 64 Bit) mit Hilfe der neuen Repositories von LMDE3 (Cindy) upzudaten. Jedes Update hat etwa 12 Stunden gedauert, es wurden dabei fast alle Dateien neu donwgeloaded und upgedatet. LMDE3 erscheint ja offiziell erst 2019 - dementsprechend "gibt es das offiziell noch gar nicht". Aber ich bin Mitglied in der LMDE Entwicklergruppe und bekomme von dort immer das Neueste mitgeteilt....

Die Updates liefen alles andere als automatisch durch. Mehrfach wurden die Vorgänge durch Fehler abgebrochen und es mussten händisch Eingriffe vorgenommen werden. Einen "genauen Weg" kann ich nicht beschreiben, weil der Weg von den installierten Paketen abhängt, und das sind bei jedem andere.

Aber ich kann euch "ein paar Brocken hinwerfen", mit denen Wissensudrstige und Experimentierfreudige weiterkommen:

Grundsätzlich sollte so ein gewaltige Update AUF KEINEN FALL IN EINER GRAFISCHEN UMGEBUNG ausgeführt werden - man bootet in eine Konsole (ohne Grafik).

Als erstes müssen die Quellen umgestellt werden. Aus "jessie" wird "stretch", aus "betsy" wird "cindy". Das LMDE-"extra" Repo muss ausdokumentiert werden (gibt es noch nicht für LMDE3, einfach ein Kommentarzeichen # an den Anfang der Zeile stellen). Die entsprechenden Dateien findet ihr in /etc/apt/sources.list.d/ . Es sind Textdateien - mit dem "besten Freund" mc kinderleicht zu bearbeiten.

Dann ein
Code:
apt-get update


Es fehlen vermutlich GPG-Schlüssel - das bemängelt apt-get. Die fehlenden Schlüssel werden mit
Code:
apt-key adv --keyserver keyserver.ubuntu.com --recv-keys <Schlüsselnummer>

eingeführt.
Dann nochmal ein
Code:
apt-get update

Solange wiederholen, bis nicht mehr über fehlende Schlüssel gemeckert wird.

Dann folgt ein
Code:
apt-get upgrade

Es sollte mich sehr wundern, wenn das bei irgendjemand fehlerfrei durchläuft - jetzt wird es individuell, je nachdem, was bemängelt wird, hilft es, ein
Code:
dpkg --configure -a

einzufügen und, wenn das fehlerfrei durchläuft, erneut ein
Code:
apt-get upgrade

zu starten. Sollte es NICHT fehlerfrei durchlaufen, kann es helfen, Abhängigkeiten mit
Code:
apt-get -f install

aufzulösen, dann wieder mit
Code:
dpkg --configure -a

alles so lange im Wechsel, bis es keine Fehler mehr gibt. Manchmal kommt es auch vor, dass die Installation eines Pakets fehlschlägt, weil eine (oder mehrere) Datei(en) vom neuen Paket bereits in einem alten Paket sind. Dann muss man das Paket (das bereits im Ordner /var/cache/apt/archives/ ist) manuell installieren mit
Code:
dpkg -i --force-overwrite /var/cache/apt/archives/NAME_DES_PAKETES


Und ganz zum Schluss lässt man nochmal ein
Code:
apt-get upgrade
drüberlaufen - bis es fehlerfrei ist und nichts mehr installiert werden soll.

Das war DER EINFACHE Teil - denn hier wurde noch kein Paket entfernt

Im nächsten Teil gehen wir genauso vor wie im ersten Abschnitt - nur ersetzen wir ein
Code:
apt-get upgrade

immer durch ein
Code:
apt-get dist-upgrade

(hier bitte mit n<ENTER> beantworten!!!)

Jetzt geht es wild zu: es sollen jede Menge Pakete aktualisiert werden, etliche neu installiert und - da müssen wir aufpassen - auch etliche ENTFERNT werden. Am sichersten ist es, wenn wir uns die Ausgabe des Befehls in eine Datei schreiben lassen, damit wir hinterher immer nachsehen können, was passiert ist:
Code:
apt-get dist-upgrade > /root/update.txt

und nach ein paar Sekunden wieder mit n<ENTER>  - blind - antworten.
Die Textdatei am Besten auf einen USB-Stick kopieren und gut aufbewahren. Denn jetzt starten wir das nochmal, aber antworten mit J<ENTER>! Wie oben geht das mit Sicherheit nicht problemlos durch. Also wie im ersten Absatz vorgehen. Das kann STUNDEN dauern. Aber irgendwann ist auch das abgeschlossen.

Es ist danach nötig, "entfernte" Pakete neu zu installieren - da müsst ihr eure Liste bemühen. Alles, was mit "lib..." anfängt, könnt ihr gleich überlesen: das sind Bibliotheken, um die kümmert sich apt-get automatisch. Aber manchmal werden auch Programme gelöscht - und die müsst ihr hinterher neu installieren mit
Code:
apt-get install <Paketname>

Manchmal muss man, wenn Abhängigkeiten nicht korrekt aufgelöst werden, ein
Code:
apt-get -f install

einschieben. Es wird einige Programme geben, die nicht mehr in den Repos vorhanden sind. Von diesen ist entweder die Pflege eingestellt worden - oder ihr Name hat sich verändert. Hier hilft eine Internetrecherche.

Auf jeden Fall solltet ihr neue KDE-Pakete mit der Installation des Metapaketes
Code:
apt-get install kde-full

auf eure Festplatte spülen.

Wenn das alles fertig ist, seid ihr *fast fertig*

Ihr müsst nun noch das Updatescript /usr/local/sbin/swupdate an die neue Version anpassen. Überall da, wo "jessie" steht, muss von nun an "stretch" stehen. Wenn ihr das geändert habt, lasst ihr das Updatescript gleich mal durchlaufen: es sollte noch einiges machen, aber läuft fast sicher problemlos durch.

Das war es. Nun habt ihr ein LMDE3. Aber mit grottenaltem Kernel... Den solltet ihr auch aufhübschen. Aktuell ist der Kernel 4.16.x


Also sucht ihr mit
Code:
apt-cache search linux-image-4.1*

erstmal alle in Frage kommenden Kernel und installiert die neueste Version eures Kerneltyps. Ihr wisst nicht, was für ein Kernel auf eurem Linux läuft ?? Schaut mit
Code:
uname -a

nach! Installiert wird der Kernel wieder mit
Code:
apt-get install linux-image-4.hierkommendieNummerneuresneuenKernels
Danach müssen wir noch die Kernelquellen installieren, damit einige Spezialprogramme (wie virtuelle Maschinen), die selbst Kernelmodule kompilieren, das auch können. Holt dazu den Kernelinstallbefehl mit der Pfeil-nach-oben-Taste wieder zurück und ersetzt dort das "image" durch "headers". Nun installieren - und jetzt seid ihr wirklich fertig. Euer System ist nun zwar noch nicht optimal "aufgeräumt" - aber Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut...

Zweiter Teil: "Wir räumen auf"
Während des Upgrades sind hunderte von Paketen entfernt worden. Teilweise wurden sie durch neue Pakete ersetzt (neue Namen der Pakete), teilweise sind sie obsolet, teilweise ist ihre Pflege eingestellt worden und sie passe nicht mehr zu den neuen Bibliotheken (denn nur dann werden sie auch entfernt - alleine die Tatsache, dass sie nicht mehr gepflegt werden, führt nicht automatisch zur Deinstallation).
Man kann sich alle betroffenen Pakete anzeigen lassen mit
Code:
dpkg-query -l | grep ^rc
Es ist sinnvoll, vor dem Aufräumen diese Ausgabe in eine Datei zu sichern. Das geschieht - wie bereits weiter oben praktiziert - mit einer Umlenkung mit dem Zeichen ">":
Code:
dpkg-query -l | grep ^rc > Pfad_zur_Datei

Nun kann es losgehen! Mit dem Befehl
Code:
purge-all-rc
werden diese "Dateileichen" entfernt. Die Befehle "swupdate" und "purge-all-rc" gibt es nur bei Linuxinstallationen von Andreas Richter, come-2-linux!

Jetzt folgen unbenutzte, ältere Kernel und deren Quellen. Um nicht den aktuellen Kernel, der gerade läuft, aus Versehen zu löschen schauen wir nach, welcher Kernel gerade läuft:
Code:
uname-a

Merken - den und seine Quellen dürfen wir natürlich nicht entfernen!
Jetzt schauen wir nach, welche Kernel auf unserem System installiert sind:
Code:
dpkg-query -l | grep linux-image-4*

und welche Kernelsources:
Code:
dpkg-query -l | grep linux-headers-4*

Alles, was sich von unserem aktuellen Kernel unterscheidet löschen wir nun
Code:
apt purge linux-image-<hierstehtderResrdesNamens>

Bei hierstehtderRestdesNamens fügen wir solange die oben ermittelten älteren Namen ein bis nur noch der aktuelle Kernel und seine Sources installiert sind.
Ein Blick in das Verzeichnis /lib/modules/ beschert eventuel übriggebliebene Module-Ordner älterer Kernel: alle Ordner, deren Namen NICHT mit dem aktuellen Kernel übereinstimmt können wir gefahrlos löschen.

Nun noch ein letztes Mal ein
Code:
purge-all-rc

...und damit haben wir wieder ein "sauberes" System!

Ihr seht: Wenn man sich bemüht kann man unter Linux alles machen, was möglich ist. Aber: "aus großer Macht folgt auch große Verantwortung". Bedeutet: Man kann sich hier auch etwas völlig zerschiessen. Also nur tun, wenn "ihr wisst was ihr tut" oder es nicht schlimm wäre, wenn danach alles platt ist und "nichts mehr geht"!

<FINISHED>

LG
Andreas
« Letzte Änderung: 20. Juni 2018, 08:58:15 von Andreas » Gespeichert

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Andreas
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Re:LMDE3 (Linux Mint Debian Edition 3)
« Antwort #1 am: 05. Juli 2018, 10:02:08 »

Das neue LMDE3-System läuft nun schon seit 14 Tagen ohne zu murren, es kommen laufend Updates, nichts ist verloren gegangen oder ist verkonfiguriert. Ich denke - das war es. LMDE3 it prinzipiell lauffähig.

Warum nur "prinzipiell"?
Installationsscripte für absolute Anfänger fehlen noch. Wer jedoch ein deutlich angehobenes Wissensmaß hat, kann den neuen Linux Mint Debian Edition zum Laufen bringen. Oder er wendet sich vertrauensvoll an jemanden, der das beherrscht  ...

LG
Andreas
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Re:LMDE3 (Linux Mint Debian Edition 3)
« Antwort #2 am: 17. Juli 2018, 18:02:50 »

Hallo Andreas,

danke für die sehr gute Anleitung zum Upgrade auf LMDE3. Ich hatte noch eine FP mit LMDE2 (eine nicht Andreas Version!) und habe es mal versucht. Vorab, die Version war noch nicht in Benutzung nur hin und wieder ein update gemacht.Es gab, wie von Andreas beschrieben, den Wechsel "update","configure" und "-f install". Das war aber nur etwas mit Zeitfaktor und Geduld. Ich habe den entsprechenden Befehl eingegeben und dann ab und zu mal wieder hingeschaut.

Anfang etwa = 10:00 Uhr
Ende etwa= 17:30 Uhr

Wobei ich sagen muss das  es ggf. auch hätte schneller gehen können, da ich aber auch mal in längeren Abständen hingeschaut habe.

Ich wollte mit dem alten System eine Amateurfunkanwendung starten (WSJT-X) da gab es aber diverse Dateien die fehlten oder nur in einer älteren Version vorlagen.

Gesten noch mal schnell WSJT-X aus dem Netz geladen und installiert. Es fehlten ein paar Datein was ich mit "apt-get --fix-broken install" schnell erledigt habe. Und gleich mal 2 QSO's gemacht (geführt ist übertieben)

Was fehlt noch, der Kernel und das anschliessende Aufräumen, bin ich soweit gekommen wird mir das auch noch gelingen.

LG Dietrich

Edit: Wie von Andreas im Vorfeld beschrieben, es geht nicht immer alles glatt übe die Bühne. Ich habe im Anschluss versucht meinen "Spielcomputer" um zu stellen -gleiche Grundlage, nur etwas mehr Programme installiert- , das ging alles andere als glatt ab.

« Letzte Änderung: 25. Juli 2018, 13:37:17 von Dietrich » Gespeichert
Andreas
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Re:LMDE3 (Linux Mint Debian Edition 3)
« Antwort #3 am: 18. Juli 2018, 06:42:29 »

Ausgezeichnet - herzlichen Glückwunsch! Ja: eine etwas andere Basis ("nacktes" LMDE2 vs. "meine Version") bedingt etwas andere Vorgehensweisen und evtl. auch andere Probleme. Beim Kernel beachte bitte, dass es neueste Kernel generell nur in den Debian-Backports-Quellen gibt. Die sind bei LMDE aber standardmäßig nicht aufgeführt. Du müsstest also noch die Backports (natürlich die von stretch) mit einbinden - dann klappt das sicher auch mit einem neueren Kernel.

LG
Andreas
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Okay, wer hat meine Kekse gegessen?

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Re:LMDE3 (Linux Mint Debian Edition 3)
« Antwort #4 am: 19. September 2018, 17:50:21 »

Ich will ja nicht meckern ...
Aber dafür, dass LMDE (1, 2, 3) Rolling Releases sein sollen, kommen überraschend viele "Versionen".
Wenn ich mir da andere Distros ansehe, sind die da ein wenig "stabiler".

Kannst du mir verraten, woran das liegt?
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Re:LMDE3 (Linux Mint Debian Edition 3)
« Antwort #5 am: 20. September 2018, 15:16:07 »

LMDE war nur mit der Version (1) Rolling Release. Die (1) basierte auf Debian Testing. Da zu viele Leute mit dem "Testing" nicht klargekommen sind (warum auch immer) hat Clem das umgestellt auf "Basis Stable". Dementsprechend hat LMDE nun die gleichen Wechselzyklen wie Debian Stable.

Wer etwas "Rollendes" auf Debian-Basis haben möchte, der sollte zu "Siduction" greifen. Das basiert sogar auf "Debian Experimental". Ich benutze es seit 2 Jahren auf meinen Poduktivsystemen und kann nur berichten, dass es stabiler läuft, als jedes Windows an das ich mich erinnern kann...

LG
Andreas
« Letzte Änderung: 20. September 2018, 15:18:19 von Andreas » Gespeichert

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