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  Alles über Updates bei Arch/Antergos/Endeavour
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   Autor  Thema: Alles über Updates bei Arch/Antergos/Endeavour  (Gelesen 340 mal)
Andreas
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Linux von Innen

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Alles über Updates bei Arch/Antergos/Endeavour
« am: 05. April 2019, 19:21:41 »

Wie oft sollte man ein Update machen?
Wer einmal pro Woche ein Update macht, liegt in einem komfortablen Bereich. Selbst wenn mal aufwändige (aus den AURs zu bauende) Pakete erneuert werden ist die Dauer des Updates in akzeptablem Rahmen. Wer zu lange wartet bzw. auftretende Probleme nicht löst sondern aufschiebt, macht sich das Leben unnötig schwer! Updates dauern dann immer länger, und es kann auch sein dass immer mehr kleinere Probleme (siehe nächsten Absatz) auftauchen, die im Verbund dann schon mal zu größeren anwachsen können. Deswegen empfehle ich generell, Problemchen sofort anzugehen anstatt sie aufzuschieben und  zu hoffen, dass sich das alles mal von selbst auflöst.

Wenn ein Update mal hakt...
...weil irgendwelche Abhängigkeiten nicht aufzulösen sind, gibt es drei Möglichkeiten:

1) Bei Verwendung des grafischen Updatetools kann man einfach die betreffenden hakenden Pakete manuell abwählen und dann auf "Übernehmen" gehen. Dann laufen alle anderen Pakete durch. Und irgendwann (hoffentlich bald) löst sich die Abhängigkeit von selbst auf, weil die Maintainer dran gearbeitet haben

oder

2) Man öffnet als root (z.B. mit dem mc) die Datei /etc/pacman.conf Dort findet man die eine Zeile mit dem Inhalt
#IgnorePkg =
Man entfernt nun einfach die Raute am Anfang und setzt die auszuschließen Pakete hinter das Gleichheitszeichen, also z.B.
IgnorePkg = mate-calc x264
Datei abspeichern - fertig. Von nun an werden die aufgelisteten Pakete NIEMALS aktualisiert (aufpassen!!)

oder

3) Man aktualisiert auf der Kommandozeile mit
pacman -Syu --ignore=mate-calc
Das wirkt nur einmalig und man kann ab und zu probieren, ob sich die Abhängigkeit schon gelöst hat. Man kann auch Wildcards * und ? einsetzen, um ganze Paketgruppen auszuschließen.

############################################

...weil bei Updates aus dem AUR "der Schlüssel xxxxxxxx fehlt":

Wenn ihr sicher seid, dass das neue Paket auch wirklich von dem Maintainer stammt (gerade dafür gibt es ja die Schlüssel!!!) dann hat der Maintainer einfach den neuen Schlüssel noch nicht korrekt mitgeteilt. Dann müsst ihr ihn selbst holen (aber, wie geschrieben, nur, wenn ihr euch sicher seid dass das keine Malware ist). Gebt als User auf der Konsole ein:

sudo pacman-key -r xxxxxxxxxxx
sudo pacman-key --lsign-key xxxxxxxxxxx

wobei xxxxxxxxxxx jeweils der fehlende Schlüssel ist.

############################################

...weil bei Updates aus dem AUR das Bauen eines Paketes fehlschlägt:

Schlägt der Bau eines einzigen Paketes aus den AUR fehl, wird GAR KEINS upgedatet. Das ist natürlich nicht so schön. Also müssen wir zunächst die Ausgaben des Updatescriptes komplett verfolgen und feststellen welches Paket den Fehler verursacht. Hat man das herausgefunden, startet man einfach ein neues Update.

Nachdem yay die upzudatenden Pakete dann angezeigt hat kann man Pakete vom Update ausnehmen. Die Pakete werden durchnummeriert angezeigt. Man kann durch Angabe der Nummer (durch Leerzeichen getrennt auch mehrere, Bereiche können durch z.B. 3-7 angegeben werden, auch zusätzlich zu weiteren Paketen) Pakete angeben, die nicht upgedatet werden.


############################################

...weil die Fehlermeldung "Konnte Datei xyz.db nicht von abcde übertragen: Failed to connect to repo abcde Port gf: Verbindungsaufbau abgelehnt" kommt:

Einer der Server auf dem die Updatedateien liegen ist entweder temporär oder dauerhaft nicht zu erreichen. In dem Fall bricht Arch ALLE Updates ab. Man sollte diesen Server aus den Updates ausschliessen. Die Server stehen in der Konfigurationsdatei /etc/pacman.conf, die man nur als root bearbeiten kann. Man öffnet diese Datei also als root zum Bearbeiten (am Einfachsten geht das mit dem mc, den wir ja schon oft besprochen haben). Dann suchen wir die Zeile mit dem Inhalt:
[xyz] (in diesem Fall also [trinity]). An den Anfang dieser Zeile setzen wir ein Kommentarzeichen (das ist die Raute #). Die nächste Zeile mit Inhalt unter dieser beginnt mit "Server=" - vor die setzen wir auch ein Kommentarzeichen. Jetzt noch das Ergebnis mit F2 abspeichern - fertig! Jetzt wird dieser Server nicht mehr abgefragt.
Man sollte aber ab und zu ausprobieren, ob er wieder erreichbar ist (einfach die beiden Kommentarzeichen wieder entfernen). Geht es immer noch nicht: Zeichen wieder rein.


############################################


...weil "Eine oder mehrere Dateien überstanden nicht die Gültigkeits-Prüfung!"

...dann ist manchmal einfach die Prüfsumme falsch, die mit angegeben wurde. Wenn der Fehler auch nach mehreren Tagen noch da ist wird es das vermutlich sein. In dem Fall kann man die Prüfsummen neu berechnen lassen.

Dafür wechseln wir mit
cd ~/.cache/yay/name-des-Paketes
in das Verzeichnis in dem die Dateien liegen. Kontrolliert: Es sollte hier auch eine Datei namens "PKGBUILD" vorhanden sein. Wenn ja, seid ihr richtig und es geht weiter. Mit dem Befehl
updpkgsums PKGBUILD
berechnen wir jetzt neue Prüfsummen. Danach können wir einen Installationsversuch "per Hand" mit folgendem Befehl starten:
makepkg -i PKGBUILD --noconfirm

Läuft jetzt alles durch? Dann war es das!


############################################


Ab und zu (bei den tausenden Updates die man im Laufe eines Jahres erhält ist das ab und zu) gibt es auch Fälle bei denen man "per Hand" eingreifen muss. Das veröffentlichen dann die Entwickler selbst auf den Arch News Seiten. Schaut doch einfach mal rein und beurteilt selbst ob sowas wirklich oft nötig ist...


LG
Andreas
« Letzte Änderung: 12. Juli 2019, 08:43:55 von Andreas » Moderator benachrichtigen   Gespeichert

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Andreas
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Linux von Innen

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Ein Paket in einer chroot - Umgebung bauen
« Antwort #1 am: 03. August 2019, 14:30:51 »

"Möge die Macht mit Dir sein" - trifft für Arch Linux zu 100% zu...

Ich habe aktuell ein Paket aus den AURs, das auf dem "normalen Wege" nicht bauen will - es findet irgendwelche Deklarationen nicht und das ist natürlich ein fataler Fehler der zum Abbruch führt.

Das ist im Moment das Paket "qt4" - einige, die eine Installation von mir haben haben dieses Paket. Das Update hakt bei diesem Paket.

Eine Recherche im Internet ergab, dass es manchmal hilft, das Paket in einer "chroot-Umgebung" zu bauen. OK: Versuch macht kluch 

Was habe ich getan? (alles als normaler User!!)

1) Als erstes die devtools installieren mit dem Befehl: sudo pacman -S devtools
2) Einen geeigneten Ordner erstellen mit: mkdir ~/chroot
3) Diesen Ordner in eine Environment-Variable packen mit: CHROOT=~/chroot/
4) Das chroot vorbereiten mit: mkarchroot $CHROOT/root base-devel
5) Dafür sorgen dass auch im chroot alles up2date ist mit: arch-nspawn $CHROOT/root pacman -Syu
6) In das Verzeichnis des Paketes wechseln da nicht baut (in diesem Fall qt4) mit: cd ~/.cache/yay/qt4/
7) Das Paket nun in der chroot-Umgebung bauen mit: makechrootpkg -c -r $CHROOT
...und siehe da: nach etlichen Minuten ein Abschluss OHNE FEHLERMELDUNG!!
...Also nur noch das fertige Paket installieren mit: sudo pacman -U qt4-4.8.7-31-x86_64.pkg.tar.xz

EDIT:
Beim letzten Befehl ist es sinnvoll nur die ersten Buchstaben des Paketnamens einzugeben und dann mit <TAB> ergänzen zu lassen - niemand kennt die volle Bezeichnung incl. aller Nummern und Bide-/Unterstriche...

Das wars - "ich habe fertig"

LG
Andreas
« Letzte Änderung: 09. August 2019, 11:51:56 von Andreas » Moderator benachrichtigen   Gespeichert

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